10 FRAGEN AN
SUZANNE FREIHERZ

Suzanne Freiherz

 

Heute starte ich die neue Serie: 10 Fragen an.

In Zukunft wird es öfter Interviews mit tollen (Yogi-) Persönlichkeiten geben, jeweils mit zehn knackigen Fragen.

Ich freue mich sehr, diese Woche die wunderbare Yoga-Lehrerin Suzanne Freiherz etwas näher kennenzulernen.
Suzanne Freiherz hat Yuna gegründet, unterrichtet seit über 12 Jahren, betreibt ein Yuna Studio in Graz und bildet europaweit Yuna Guides aus.
Mehr Infos: www.yuna.com

Mit viel Inspiration und Motivation ging ich an das erste Interview heran.

Hier meine Fragen und Suzannes Antworten:

 

 

10 Fragen an:

Suzanne Freiherz

 

 

1.) Was hat sich seit Beginn deiner Yoga-Paxis am stärksten verändert?

Hmmmm ich weiss gar nicht, wann meine Praxis wirklich begonnen hat. Mit ca. 20 habe ich angefangen, Yogabewegungen zu lernen und dadurch haben sich langjährige Verspannungen und Atembeschwerden dauerhaft gelöst. Das ist ein großes Geschenk. Dennoch habe ich das Mindset, das Yoga für mich ist, schon lange intuitiv gelebt, bevor ich das erste Mal das Wort Yoga überhaupt gehört hab.

 

 

2.) Welchen Yoga-Stil unterrichtest du?

Keinen und alle ; ) Yuna ist in keinen Stil einzuordnen. Mein ersten Yogalehrer hat keinen bestimmten Stil unterrichtet, sondern einfach weitergegeben, was er lebt. Das war sehr bereichernd. Ich unterrichte zwar komplett anders als er, aber ich habe viel von ihm gelernt. Als ich zu unterrichten begonnen habe, kannte ich keine verschiedenen Stile, das kam erst viel später. Das war, denke ich, ein Glück. So hab ich das weitergegeben, was sich vom Herzen nährend anfühlte. Tom und ich wollten immer schon eine Praxis anbieten, die für alle Menschen erlebbar und zugänglich ist und über die Matte hinaus das Leben bereichert.

Die Bewegungen im Yuna sind die einfachsten und somit kraftvollsten aus dem Yoga und auch aus der Fitnesswelt. Das Wesentliche ist einfach. Ich unterrichte nichts Kompliziertes oder Akrobatisches, sondern Bewegungen, die das Körperhologramm in seiner Weisheit ansprechen – so kann sich alles ganz natürlich von selbst ergeben. Es ist toll, wenn der Körper Kraft hat und frei ist von Spannungszeugs. Wenn wir uns pudelwohl fühlen in unserer Haut. Aber vor allem wollen wir in der Bewegung ein Mindset üben: Freude am Leben, Flexibilität im Denken und verspielte Achtsamkeit. Viele sagen mir, dass sie mit Yuna wieder Qualitäten leben, von denen sie als Kinder fühlten, es sei gut für sie. Sie sind wieder verspielter und intuitiver und dennoch fest im Leben. Darum geht es uns bei Yuna auch: Spaß an der Bewegung, der inneren Weisheit vertrauen, das Leben manifestieren, das uns mühelos leuchten lässt.

 

 

3.) Von welchen Stilen lässt du dich inspirieren und begeistern?

Meine Inspirationen kommen von überall her. Ich habe viel über Körperweisheit und Freude an der Bewegung von meinem kleinen – jetzt nicht mehr kleinen – Neffen gelernt. Ich lerne von Menschen, Tieren, aus Filmen und den unmöglichsten Situationen des Alltags. Erst kürzlich habe ich von einer Kröte in St. Tropez gelernt, was es heisst einerseits geduldig zu sein und dann aber – sobald sich eine Möglichkeit ergibt – diese ohne Zögern zu nutzen. Ich bin ständig am Lernen und es ist hoch amüsant und spannend, welche Wege das Leben findet, mich zu unterrichten. Wahrscheinlich lacht sich das Leben krumm, wenn es mir beim Lernen zuschaut.

 

 

4.) Wenn du mit einem Yogi auf einen Smoothie gehen könntest, wer wäre das?

Yogi, Yogini, nicht Yogamensch…ich mag da nicht unterscheiden. Es gibt so viele spannende Menschen, mit denen ich gerne was Trinken würde. Dazu zählen zum Beispiel Jared Leto, Sänger von Thirty Seconds to Mars die ich liebe, oder auch der fantastische Geschichtenerzähler Steven Moffat, der ua für die TV Serie Dr. Who schreibt.

 

 

5.) Wenn du mit einer Persönlichkeit generell auf einen Smoothie gehen könntest, wer wäre das?

siehe oben.

 

 

6.) Wie fühlt es sich heute an, auf all das zurückzublicken, das du geschaffen hast?

Huiiii ich gucke normalerweise nicht zurück. Wenn ich es jetzt aber mal mache, dann bin ich unendlich dankbar. Dafür, dass Tom und ich – ohne ihn gäbe es Yuna nicht – durchgehalten und zusammengehalten haben. Wir haben mit Nichts begonnen und haben so viele Jahre rund um die Uhr gearbeitet. Keinen freien Tag, keinen Urlaub. Unsere Familien haben schon gescherzt, dass sie gar nicht mehr wissen, wie wir aussehen, weil wir nie Freizeit hatten sie zu treffen. Und dann endlich konnten wir von unserer Arbeit leben – welch ein Geschenk. Seit ein paar Jahren können wir sogar noch für andere Menschen Arbeitsplätze schaffen. Das ist wirklich ein Glück. Jeden Tag gehen so viele Menschen bei uns ein und aus, sind umsorgt von einem unglaublichen Team und zusammen erschaffen wir eine Welt, in der wir nicht nur auf die Pension warten, sondern wirklich LEBEN. Es ist unglaublich, dass ich dazu beitragen darf.

 

 

7.) Einer der schönsten und bedeutendsten Momente während deiner Yoga-Laufbahn?

Es gab unzählige wunderbare Momente. Im Rahmen einer Klasse fällt mir spontan ein, dass mich ein Mann vor seiner 2. Klasse angesprochen hat und sich bedankt hat. Er meinte, er sei nach einer einzigen Klasse bei mir ein besserer Vater geworden, weil er sich das, was ich in der Klasse gesagt hab, nicht die Bewegungen (im Yuna nennen wir das „Space“), zu Herzen genommen hat. Wow. So etwas ist unvergleichlich.

Abseits der Klassen gibt es einen Moment – also eigentlich einen Tag – der alles verändert hat. Ich habe so viele Jahre Bewegungen erforscht, die Zusammenhänge im Körper und darüber hinaus und wie ich anderen diesen ganzen Erfahrungsschatz effizient und sicher weitergeben kann; einerseits in den Klassen für meine Gruppen aber auch im Rahmen von Ausbildungen. Wir alle kennen das – wir beschäftigen uns jahrelang mit einer Sache und die linke Gehirnhälfte rackert sich ab, verkompliziert Zeugs, sieht Muster wo keine sind und erschafft Grenzen. Währenddessen werkelt die rechte Gehirnhälfte fröhlich im Hintergrund und präsentiert irgendwann die Lösung. Dann scheint alles aus dem Nichts zu kommen und es setzt ein perfekter Flow ein, in dem man nur eine Aufgabe hat: innerlich mucksmäuschenstill sein, damit alle Information ungefiltert durchdringt. An diesem Nachmittag habe ich sämtliche Flows für Heaven (dynamische Klassen) und Earth (ruhige Klassen) mitsamt allen Atemtechniken und Space (Mindset) niedergeschrieben. Es war unglaublich, ich bin mit dem Schreiben fast nicht mitgekommen. Es ist da ein Bausteinsystem entstanden, das unzählige Kombinationen für Heaven und Earth Klassen möglich macht und während es so viel Flexibilität bietet ist es dennoch sicher und leicht anwendbar. Seit die Yuna Ausbildungen auf dieser Ordnung basierend ablaufen, hat sich eine erstaunliche Kraft freigesetzt. Wir haben YogalehrerInnen, FitnesstrainerInnen sowie Menschen in der Ausbildung, die noch nie mit Bewegung oder Unterrichten zu tun hatten und alle profitieren auf ihre Art davon und können direkt nach der Ausbildung unterrichten, als hätten sie nie etwas anderes getan. Mittlerweile wird Yuna in Österreich, Deutschland und im Rahmen von Retreats auch im nicht deutschsprachigem Raum weitergegeben. Sogar eine Fitnesskette in Deutschland bietet bereits Yuna Klassen an. Es ist unglaublich. Wir können nur mehr stauen und dankbar mitfließen.

 

 

8.) Welchen Ort der Welt möchtest du unbedingt noch gesehen haben? 

 

Tausend Dinge! Ich hab erst vor ein paar Jahren begonnen, die Welt zu entdecken. Ich bin nicht so aufgewachsen, dass Reisen und Urlaub selbstverständlich gewesen wären. Wir hatten nicht mal ein Auto. Mit 17 bin ich zum ersten Mal im Rahmen eines Schulausflugs geflogen und werde dieses Gefühl beim Abheben nie vergessen. Da wusste ich, dass ich die ganze Welt sehen möchte. Es gibt also viel zu Tun hihi. In Europa möchte ich zB besonders gerne Stonehenge sehen. Oder ein Stückchen weiter weg…Ich liebe Neuseeland und möchte da noch all jenes entdecken, das ich noch nicht kenne wie zB den Süden mit den Fjorden.


9.) Auf was möchtest du nicht verzichten, wenn zu zu Besuch in Graz bist? 

 

Die Familie in der Obersteiermark steht natürlich an erster Stelle, ich verbringe Zeit mit FreundInnen in Graz und esse so viel Kernöl wie möglich. Eine besondere Sache ist es auch, im Studio zu unterrichten. Ich freu mich, einerseits Menschen wieder zu sehen, die schon seit Jahren mit mir unterwegs sind und andererseits viele neu kennen zu lernen, die Yuna für sich entdeckt haben.

 

 

10.) Was ist der grundlegende Unterschied zwischen deiner damaligen Heimat Graz und deiner heutigen Heimat Malta?

Das Meer : D

Graz ist eine außergewöhnlich tolle Stadt. Ich komme sehr gerne auf Besuch und freue mich an der Schönheit der Stadt und hab jedes Mal eine Fülle an freundlichen Begegnungen. Dennoch hatten Tom und ich schon immer den Wunsch, irgendwann am Meer zu leben. Und wie es mit Herzenswünschen so ist, kann man sie eine Zeit lang gut in ein Hinterstübchen stupsen und so tun, als wären sie zwar eine nette Idee, aber nichts, das möglich sein könnte…bis sie sich dann so aufdrängen, dass man den Wünschen ins Gesicht sehen muss. Bei uns war es letztes Jahr so weit. Wir wussten, es muss jetzt sein. Eigentlich ist die Umsetzung dieser Sehnsucht die logische Konsequenz aus allem, das Yuna ausmacht: den Mut zu haben, aufs Herz zu hören.

Ich kann nicht erklären warum, aber irgendwie scheinen wir beide, Tom und ich, die Meeresluft und die Weite zu brauchen, damit wir frei atmen und klar denken können. Der Lebensrhythmus entspricht uns einfach und wir sind glücklich, dass wir da leben dürfen, wo uns unser Herz hingetragen hat.

 

 

 

 

Vielen Dank liebe Suzanne!

Wenn ihr sie auch erleben möchtet, dann haltet euch schon mal diese Termine im Kalender frei:

 

 

 

 

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