Yoga und ich – eine Hassliebe…

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Endlich wieder mal ein Yoga-Post!

Aber ein Yoga-Post der anderen Art…

 

Heute wollte ich euch über meine derzeitige Yoga-Praxis berichten bzw. über das, was noch davon übrig ist.

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass ich weit nicht mehr so viel praktiziere, wie noch vor beispielsweise einem Jahr.
Heute möchte ich euch gerne erzählen warum, weshalb wieso das so ist und wie mein Plan für die Zukunft aussieht.

 

Yogastudio vs. Muki-Bude

Also ein ganz ganz großer Grund, warum mir das Yoga in letzter Zeit immer mehr vergangen ist, waren die Gespräche im Studio. Mir kam es so vor, als müsste jeder nur noch Handstand üben und über seine neuen Arm-Balances berichten. Yoga war auf einmal immer größer, schwieriger, akrobatischer und angesagter.

Dieser ganze Hype ging mir so tierisch auf die Nerven, dass ich schon vor der eigentlichen Praxis gepisst war.
Und so sollte eine Yoga-Stunde ja auch nicht starten, oder?

Viele mögen jetz wohl sagen: ach, beim Yoga solltest du doch eh nur auf dich hören. Die Augen schließen und nicht das werten, was um dich herum passiert.

Joa, alles schön und gut. Bin ich voll dabei. Aber hey, ganz ehrlich: das schafft doch niemand.
So sehr man sich auch bemüht, man schnappt halt hier und da mal was auf und Augen schließen und Om singen hilft dann auch nicht…

 

 

Ich konnte auf einmal alles

Auch ich war eine von denen, über die ich im Absatz drüber gerade geschimpft habe.

Ich hab’s vielleicht im Studio nicht so an die große Glocke gehängt, aber auch ich hatte Spaß daran, Kopfstand und Handstand zu üben. Bei Rückbeugen noch weiter zu kommen und im Spagat ganz. unten. aufliegen.

Und auch wenn das jetzt vielleicht blöd klingt – aber auf einmal konnte ich das alles.
All meine „Ziele“, die ich erreichen wollte, habe ich auf einmal geschafft.
Ich hatte nicht mehr wirklich einen Grund, den Handstand zu üben, weil ich ihn ja bereits konnte. Und irgendwie war ich auch müde von dem ganzen „immer weiter kommen und besser werden“.
Ich hatte einfach keinen Bock mir jetzt wieder eine neue Arm-Balance zu suchen, für die ich ein halbes Jahr übe, nur damit ich dann einen Haken drunter setzen kann.

Ist doch bescheuert, oder?

Jedenfalls sind mir all diese Turnübungen irgendwann mal langweilig geworden und der Reiz war weg.

 

 

Ich vs. mein Körper

Eine Sache, die mir persönlich sehr nahe gegangen ist, waren die regelmäßigen Bilder auf Instagram. Auf denen ich eine super ästhetische und akrobatische Yoga-Pose präsentierte, so als ob das mein Alltag ist.
Klar, fancy Leggings mit sexy Sport-BH im Handstand all day long.

Natürlich nicht!

Auch diese ganze Instagram-Yoga Szene ist so inszeniert, dass ich mich darin nicht mehr wohl fühlte.
Ich wollte ehrlich mit euch sein und hätte so oft die Möglichkeit gehabt, geile Yoga-Fotos zu machen (vor allem auf Reisen), aber ich fand es einfach nicht ehrlich…

Und klar waren das die Bilder, die auf Social Media am meisten Likes gebracht haben.
Seitdem ich keine Yoga-Bilder mehr poste, habe ich ziemlich viele Follower verloren.

Aber ich bleibe lieber authentisch, als dass ich trendbewusst Follower behalte.

 

 

Und jetzt?
Wie geht’s weiter?

 

Yoga ist für mich eine Hass-Liebe. Es fühlt sich an wie eine alte Beziehung, mit der ich durch dick und dünn gehe.
Manchmal könnte ich sie hassen, und dann wird mir wieder bewusst, wie sehr ich sie denn eigentlich brauche.

Und genau an diesem Punkt bin ich jetzt: ich vermisse Yoga.
Und genau dieses Gefühl wollte ich wieder spüren.

Ich habe jetzt wirklich eine lange, intensive Yoga-Pause hinter mir und mein Körper schreit nach Yoga.
Es fehlt mir sehr und ich freue mich, der Beziehung wieder eine neue Chance zu geben. Man entwickelt sich ja weiter und man sollte jedem Partner zumindest die Chance geben, an der gemeinsamen Beziehung zu wachsen, oder?

 

 

Wie seht ihr das mit Yoga und Trend?